Ruth Regula Schreyer *1949

Fotografische Ausbildung am Fotografieinstitut in Zürich, Kurse bei Christoph Bürki und Anita Vozza und seit vier Jahren Mitglied der Gruppe beGAF.

Ausstellung: „Nur eine Hülle“, Kornhausforum 2013
Fotografie: ruthschreyer.ch

märchenspur

Ernst Jandl, poetische Werke in 6 Bänden (Neuausgabe), hrsg. von Klaus Siblewski, © 2016 Luchterhand Literaturverlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH.

Jandls tiefgründiges Gedicht „märchenspur“ ist tröstend und furchterregend zugleich. Es geht um eine Reise, einen nächtlichen Heimweg, vielleicht um die letzte Reise überhaupt?
Enthalten ist auch Jandls konflikthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen, vor allem aufgrund seiner Beziehung zur früh verstorbenen, streng katholischen Mutter.

Die erste Strophe endet mit den Worten „und mond ist oft“, die letzte „und mond war oft“.
Diese Wiederholung sowie der geheimnisvolle Text rund um den Begriff „märchenspur“ gaben mir den Impuls, in Vollmondnächten nach Bildern zu Jandls Lyrik zu suchen. Es sollten Fotografien werden, die sowohl das Unheimliche, Geheimnisvolle als auch das Tröstende, Ergreifende zeigen sollten. Über 15 Monate war ich während der Vollmondtage in Ernen und Umgebung im Oberwallis unterwegs. Dem Gedicht entsprechend waren auch die Exkursionen einmal mehr abenteuerlich und gespenstisch, ein andermal friedlich und feierlich, manchmal allerdings auch ärgerlich, z.B. wenn der Mond definitiv hinter dicken Wolken verschwand, bevor ich sein Licht hätte einfangen können... und oft war es bitterkalt.

Ich arbeitete mit Langzeitbelichtungen, brauchte keinen Blitz, kein Kunstlicht, setzte aber gezielt Kerzenlicht ein.

An der Ausstellung werden sowohl gedruckte als auch digitale Bilder auf einem alten i-mac gezeigt.